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Museum ALTE MÜNZE |
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Die Geschichte des Hauses |
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Eines
der schönsten Häuser Stolbergs – die ALTE MÜNZE – steht
in der Niedergasse 19. Über das Entstehungsjahr des
Hauses informiert eine gut sichtbare Inschrift über der
Toreinfahrt, „Anno domini 1535 Am tage Kiliani mit gots
hilfe gericht, Kilian Kessler, Hans Bunt – laus deo
(Lobet den Herrn)“. Erbauer des stattlichen
Fachwerkhauses war der Münz- und Bürgermeister Kilian
Kessler (gest. 1571). Das Gebäude wurde als Werkstatt
und Wohnhaus erbaut und genutzt, vorher besaß Kessler
auf der gegenüberliegenden Straßenseite in der
Niedergasse 24 ein Wohnhaus. |
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Die älteste Abbildung aus dem Jahre
1848 zeigt das Haus nach einem Umbau und der Nutzung als
Konsistorial- und Amtsgerichtsgebäude. Hier sieht man noch das
freistehende, später fest mit dem Dach verbundene Erkertürmchen.
Bei einem Blick aus der engen Gasse nach oben hat man das
Gefühl, einen Turm vor sich zu sehen. Der Grundriss mit 18 m
Straßenfront und einer Gebäudetiefe von 14 m sowie die
erstaunliche Höhe bis zur Oberkante des Dachfirstes von 23,50 m
bestätigen das Empfinden. Das extrem steile Krüppelwalmdach mit
einer Neigung von 57 Grad verstärkt den turmartigen Eindruck. |
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Münzprägung in Stolberg |
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In
diesem Haus arbeiteten die Münzmeister Vater und Sohn
Hans Glintz d.Ä. (1546 – 1558) und d.J. (1558 – 1566).
Hans Glintz prägte 1546 den ersten Stolberger Taler. Der
letzte tätige Münzmeister war Ernst Hermann Agathus
Ziegler (1792 – 1807).
Andere Münzstätten befanden sich in der Nähe des
Seigerturms und im Jägerhof. |
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Die Münzprägung hat in
Stolberg eine lange Tradition. Bekannt sind heute etwa
1500 Prägungen. Die ersten Münzen, Brakteaten mit
Hirschgeweih oder Hirschdarstellungen, wurden zu Beginn
des 13. Jahrhunderts geprägt. Aus dem Ende des 14.
Jahrhunderts sind Hohlpfennige bekannt, die Stadt hatte
pachtweise das Münzrecht erworben. Heinrich von Stolberg
erhielt 1467 das Recht, Münzen mit seinem Wappen zu
schlagen. Zum Ende des 15. Jahrhunderts wurden Groschen
geprägt, 1546 der erste Taler. Das Münzmetall kam
vorwiegend aus den gräflichen Bergwerken der Umgebung,
es musste jedoch auch Material hinzugekauft werden.
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Nach der erneuten Aufnahme der
Münzprägung durch die Grafen kam Johann Jeremias Gründler, einer
der berühmtesten Münzmeister seiner Zeit in Deutschland, nach
Stolberg. Der Münzmeister vereinbarte mit dem Münzherrn eine
Pauschalsumme, den Schlagschatz. Dafür hatte der Münzmeister den
gesamten Herstellungsvorgang der Münzen zu organisieren, kaufte
oder konstruierte die Münzgeräte und war für die Herstellung der
Stempel verantwortlich. Dabei trug er sämtliche geschäftliche
Risiken. |
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Am Ende
des 18. Jahrhunderts gab es in Deutschland unzählige
Münzstätten, im 19. Jahrhundert kam es zu einem
regelrechten „Münzstättenschwund“ und durch verschiedene
Schritte bis zur Münzeinheit reduzierte sich die Zahl
von Hunderten auf heute fünf tätige Betriebe. |
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Es ist ein Zufall, dass in Stolberg
die Münzstätte so komplex erhalten geblieben ist. Andernorts
sind bis heute fast alle Einrichtungen von Münzstätten verloren
gegangen, weil alte Geräte oftmals eingeschmolzen und
wiederverwendet worden sind. Somit ist diese historische
Prägestätte nicht nur ein exzellentes regionalgeschichtliches,
sondern auch ein unschätzbares technisches Denkmal. |
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Eine originale Werkstatt in
dieser Vollständigkeit ist im europäischen Raum
einmalig. |
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Öffnungszeiten und Führungen
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Mittwoch –
Freitag 10.00 – 12.30 und 13.00 – 17.00 Uhr |
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Wochenende und Feiertage 10.00 – 12.00
und 13.00 – 17.00 Uhr |
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Montag / Dienstag
geschlossen |
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Führungen für Gruppen nach
Voranmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. |
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Führungen bitte anmelden
unter: |
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Tourismus Information
Markt 2 /
06547 Stolberg / Harz |
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